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EU-weite Nr. 1 bei F&E in der
Schweineproduktion
Mit jährlichen Aufwendungen von
mehr als 100 Mio. DKK ist Dänemark das EU-Land, in dem die
Schweineproduktion am meisten von Forschung und Entwicklung profitiert.
Durch die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure werden die
F&E-Ergebnisse optimal genutzt. Auf diese Weise kommen die dänischen
Schweineerzeuger voll in den Genuss des dynamischen Forschungsumfelds.
Außerdem trägt die einzigartige Partnerschaft von Landwirten,
Forschungseinrichtungen, Behörden und Privatunternehmen zur schnellen
Umsetzung von Forschungsergebnissen in Erzeuger- und Schlachtbetrieben
bei.
Ein Großteil der Forschungsmittel wird in die Entwicklung
optimaler Technologien und Verfahrensweisen in den Bereichen Zucht und
Mast, Umweltschutz, Transport und Schlachtung investiert. Von 2-3 Mio. DKK
Anfang der 1980er Jahre sind die Aufwendungen für die Forschung in
Tierschutz und Tierhaltung auf fast das Zehnfache gestiegen. In den
letzten fünf Jahren lagen sie bei 20-22 Mio. DKK jährlich, und in den
kommenden Jahren wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.
Das
natürliche Verhalten der Schweine steht in Dänemark stets im Mittelpunkt
der Forschung. Auch dies fördert die effiziente Umsetzung neuer
Erkenntnisse in Erzeuger- und Schlachtbetrieben.
Leif Christensen,
Forscher am Danish Meat Research Institute (DMRI) und anerkannter Experte
für Tierschutz und Tierwohl, hat u.a. das Aufstallungs- und
Gruppenbetäubungssystem entwickelt, das heute in den meisten dänischen
sowie vielen Schlachtbetrieben in aller Welt zum Einsatz kommt: "Am
Schreibtisch verbringe ich oft nicht einmal die Hälfte meiner Arbeitszeit.
Ansonsten bin ich meist bei meinen Forschungsobjekten, den Schweinen. Im
ständigen Dialog mit Erzeugern basiere ich meine Forschung auf umfassenden
Kenntnissen zum natürlichen Verhalten der Tiere."
Bei der
Entwicklung des Gruppenbetäubungssystems entdeckte Leif Christensen z.B.,
dass Schweine lieber hoch als runter, lieber ins Helle als ins Dunkle
sowie als Herdentiere lieber neben- als hintereinander gehen. Durch
entsprechende Gestaltung der Zutriebswege in dänischen Schlachtbetrieben
sind die Tiere heute vor der Betäubung wesentlich ruhiger und weniger
gestresst.
Aktuelle Forschungsvorhaben Derzeit
laufen in mehr als 200 Beständen über das Wissenszentrum für
Schweineproduktion von der Branche finanzierte Forschungsvorhaben. Eine
Auswahl sei im Folgenden kurz vorgestellt.
Förderung des
Wohlbefindens von Sauen Dieses Forschungsvorhaben soll klären, wie
die Gesundheit von Sauen über eine Reihe von Einflussgrößen erhöht werden
kann: Zusammensetzung und Zuteilung von Futtermitteln, optimale Gestaltung
von Ställen, frühzeitige Identifizierung und Betreuung schwacher Tiere,
stabile Gruppenzusammensetzung mit Blick auf Konfliktvorbeugung sowie
Überwachung im Vorfeld des Abferkeltermins zur umgehenden Ausräumung von
Problemen. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Betrachtung der gesamten
Produktionskette.
Vorbeugung von
Beinproblemen Forschungsziel ist die optimale Vorbeugung und
Behandlung von Beinproblemen. Das Projekt fokussiert auf die tiergerechte
Gestaltung von Ställen, stabile Gruppen zur Konfliktvorbeugung, schnelle
Diagnose und Behandlung von Beinproblemen, korrekte Einrichtung und
Einsatz von Krankenbuchten sowie schmerzlindernde Behandlung. Erste
Ergebnisse sind bereits 2010 zu erwarten.
Vorbeugung von
Schwanzläsionen In die Erforschung von Alternativen zum
Schwanzkupieren werden in Dänemark erhebliche Mittel investiert. Derzeit
gilt Schwanzkupieren allerdings noch als das Mittel der Wahl. Die
bisherigen Untersuchungen haben u.a. ergeben, dass die Klimatisierung der
Ställe und die Gestaltung der Fütterungseinrichtungen - mit Blick auf die
Anzahl gleichzeitig fressender Tiere - die größte Wirkung zur Reduzierung
von Schwanzläsionen zeigen.
Alternativen zur
Kastration Seit 1. Juni 2009 ist für die wenige Tage nach der
Geburt vorgenommene Kastration Schmerzlinderung vorgeschrieben. Parallel
zu dieser Maßnahme werden langfristige Alternativen zur Kastration
erforscht. Bis zum Abschluss der Forschungsvorhaben wird weiterhin
kastriert, um die Gefahr des Ebergeruchs zu minimieren.
Die
dänische Forschung konzentriert sich auf Geschlechtssortierung von Sperma
und Immunokastration, d.h. Impfung gegen Ebergeruch, sowie den Einfluss
bestimmter Futtermittel. Und sie beteiligt sich an einem internationalen
Forschungsvorhaben zur genetischen Ausschaltung von Ebergeruch. Am
EU-Vorhaben zur Erforschung von Kastrationsalternativen nimmt die dänische
Schweinebranche ebenfalls aktiv teil.
Informationskampagnen Mit großem Aufwand
werden Landwirte, Tierärzte und andere Berater durch Herausgabe von
Checklisten, Handbüchern etc. über neue Erkenntnisse und
Forschungsergebnisse informiert. Alle Materialien werden laufend auf den
neuesten Wissensstand gebracht.
Kontakt Weitere
Informationen zum Thema erhalten Sie bei: Mette Børsen, +45 3339 4326, mbo@lf.dk.
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