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Vorbildlich schonende Schweinetransporte

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Wie Schlacht- und andere Lebendschweine in Dänemark transportiert werden und wie sich dies auf das Wohl der Tiere sowie die Qualität des Fleisches auswirkt, darüber haben wir mit Leif Christensen gesprochen, der sich als Forscher am Dänischen Forschungsinstitut für Fleischwirtschaft u. a. mit Fragen der Tierpsychologie, der Transporttechnik und der Fahrerausbildung beschäftigt.

 
 
Tiertransporte haben in Dänemark eine ganze Reihe von Anforderungen zu erfüllen. Dabei geht es neben dem Tierschutz und der Verkehrssicherheit auch um die Fleischqualität. Durch schonende Behandlung der Tiere vor dem Schlachten erhält man eine wesentlich bessere Fleischqualität. Die Zusammenhänge zwischen Tierwohl und Fleischqualität wurden und werden am Dänischen Forschungsinstitut für Fleischwirtschaft gründlich erforscht.

Ein wichtiger Faktor ist die Transportdauer. In Dänemark liegen die Mastbetriebe normalerweise weniger als 50 km vom Schlachtbetrieb entfernt, und Entfernungen von mehr als 100 km sind eher selten. So beträgt die Transportdauer für 95 % der dänischen Schlachtschweine weniger als drei Stunden. Allein dieser Umstand trägt entscheidend zur Reduzierung des Stressniveaus bei.

Das Dänische Forschungsinstitut für Fleischwirtschaft erfasst alle Todesfälle und erstellt jährliche Statistiken zur Sterblichkeit bei Transport und Aufstallung von Schlachtschweinen. Diese Sterblichkeitsrate erreichte 2008 das bislang niedrigste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 30 Jahren: 0,010 % - nur etwa ein Zehntel der Werte vom Beginn der 1980er Jahre.

Leif Christensen befasst sich als Forscher am Dänischen Forschungsinstitut für Fleischwirtschaft seit 32 Jahren mit diesen Themen und berät u. a. das dänische Veterinär- und Lebensmitteldirektorat in Fragen des Tierschutzes und des Tierwohls: "Mitte der 1980er Jahre konnten wir die Transportsterblichkeit drastisch reduzieren - stressbedingte Todesfälle durch erfolgreiche Zuchtarbeit und Eliminierung des Halothangens, auch 'Stressgen' genannt - und andere Todesfälle durch verbesserte Gestaltung der Transportfahrzeuge."

Vorbildliche Transportbedingungen
In einer Reihe von u. a. durch die EU geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben hat die dänische Schweinebranche untersucht, wie sich die Transportbedingungen auswirken und durch geeignete Maßnahmen optimieren lassen. Sinnvolle Anforderungen für Einflussgrößen wie Lüftung, Deckhöhe und Ladungsdichte wurden im Handbuch zur Einrichtung von Schweinetransportfahrzeugen zusammengefasst. Die dänischen Schlachtbetriebe stehen dafür ein, dass die Anforderungen des Handbuchs von allen unter Vertrag genommenen Fuhrunternehmern eingehalten werden.

Leif Christensen: "In einer Reihe von Punkten gehen diese Anforderungen weit über die vom dänischen Gesetzgeber und der EU gemachten Vorgaben hinaus. Dies gilt z.B. für die mechanische Lüftung, die selbst im stehenden Fahrzeug noch ausreichende Luftzufuhr gewährleistet. Weitere Punkte sind rutschfeste Gummibeläge, Duschanlagen und ständige Trinkwasserversorgung."

Geschulte Fahrer
Nicht nur an die Fahrzeuge stellt die Schweinefleischbranche hohe Anforderungen. Sämtliche Fahrer müssen einen Lehrgang absolvieren und eine Prüfung ablegen, um die Fahrerlaubnis für Schweinetransporte zu erhalten. Als die obligatorische Fahrerausbildung 2007 EU-weite Geltung erlangte, hatte sie sich in der dänischen Schweinebranche bereits 10 Jahre bewährt.

Auch sonst hat Dänemark internationale Vorbildfunktion: "Wir haben viele Besucher aus dem Ausland, die sich über unsere Lösungsmodelle informieren möchten. Alle anderen Länder haben weit höhere Sterblichkeitsraten als wir. Selbst in Schweden und Finnland sind sie doppelt so hoch wie in Dänemark, in Norwegen dreimal so hoch. Im übrigen Europa liegt die Transportmortalität um bis zu 10-mal höher", erklärt Leif Christensen, der sich über das Interesse aus dem Ausland freut und einen vermehrten internationalen Erfahrungsaustausch begrüßen würde.